Ebbe Sands Welt

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iPad: mein erster Eindruck faellt mager aus

Apples iPad Rücken

Ja, ich habe mir das iPad der dritten Generation zugelegt. Mein 1er hat bereits einen glücklichen Abnehmer gefunden und zwei Auftraege in Sachen Apple-Tablet ließen die Investition zum Geschenk werden. Der erste Eindruck faellt allerdings ernuechternd aus. Die anfaengliche Euphorie rueckte in den Hintergrund, auch weil nach wenigen Minuten die ersten Wehwechen auftraten. Diese sind allerdings individuell zu sehen. Die Flunder mit grandiosem Display und Vierkern-GPU hat was, doch bei einem Preis von 600 Euro darf es ruhig ein wenig mehr sein - mehr Innovation vielleicht. 

Auch wenn ich immer mal gegen Apple schleudere. Das neue iPad kann zunächst ueberzeugen. Zumindest das Display  mit seinen 2.048 x 1.536 Bildpunkten laesst euch “erblinden” (nicht wörtlich).  Kein gängiges TV-Gerät schafft zurzeit mehr Pixel darzustellen. Hier darf man sich gerne fragen, warum die Konzentration auf die hohe Aufloesung? Denn der zurzeit herrschende Nachteil: Apple selbst hat als einziger einige Apps bereitgestellt, die einer solchen Aufloesung gerecht werden. Anderen Entwickler-Studios müssen schnellstens nachlegen, tun sie auch. Auch weil die groben Pixel teilweise fuerchterlich ausschauen. 

Ebenfalls wirken nun Anwendungen wie etwa Office-HD voellig ohne Plan programmiert. Die Office-App ist im Hochformat nur noch für Falken nutzbar oder via Zoom. Und ein Dock mit Tastatur kann eben nur im Hochformat angeschlossen werden (falls nicht zutreffend, bitte ich um Beispiele). Das Problem kann meines Erachtens nur mit neuen Docks im Querformat geloest werden. Auf dem Bild kommt das Problem m.E. nicht wirklich zur Geltung.

Apples iPad und Office-HD

Webseiten allerdings sind der absolute Hammer. Ich schließe mich dahingehend der Aussage des Tech-Magazins The Verge an: “Texte und hochaufloesende Bilder sehen aus wie aus einer anderen Welt.” Sind die Bilder allerdings nicht hochaufloesend, sieht das der Betrachter sofort. Das Problem: Die Websites werden in Zukunft aufgeblaeter, die Nutzer werden mit langsamen DSL-Leitungen Schwierigkeiten bekommen. iPad-Magazine muessen noch detaillierter dargestellt werden. Gigabytes an Daten verschwenden so allerdings den Platz auf den Tablets.

iPad: Kein Leistungsschub, keine große Innovation

Doch die hohe Aufloesung hat neben der erwähnten verpixelten und hochaufloesenden App-Anzeige noch einen weiteren Nachteil. Der eigentlich erwartete Performance-Schub ist nicht wirklich spürbar. 

Der 1-Gigahertz-Prozessor A5X verfuegt zwar über eine verbesserte Grafikeinheit, doch diese wird für das Retina-Display benötigt. Das macht meines Erachtens aber nichts. Auch weil die Geschwindigkeit des neuen iPad(s) sich gegenueber der zweiten Generation nicht verschlechtert hat. Der ganz große Sprung bleibt aber aus. In Sachen Gaming kann die neue Grafikeinheit des aktuellen iPad(s) dennoch neue Maßstäbe setzen. Einige Magazine schreiben, dass das neue iPad in ersten Tests doppelt so hohe Werte wie das iPad 2 erzielt. Wer also unbedingt spielen muss, reinhauen. Der Akku wird es euch allerdings nicht danken.

Innovation haette ich mir am liebsten beim Display in Sachen Sauberkeit gewünscht. Das Display des iPad(s) verschmiert schon nach wenigen Minuten. Selbst nach dem Putzen waren noch Spuren zu sehen. Im Vergleich: Das HTC Flyer verschmiert zwar auch, doch nach dem Reinigen erscheint das Display zunaechst wieder sauber. Ich selbst habe keine Loesung. Doch mit einigen Milliarden US-Dollar könnte Apple dahingehend locker eine herbeizaubern und zudem nach Jahren endlich wieder eine Innovation aus dem Hut simsalabimsen - vom Retina-Display mal abgesehen.

iPad 3 von Apple

Apple iPad Display

Akku-Ladezeit ist großer Mist

Gute Grafikeinheit, saugeiles Display, ich gebe es ja zu. Dennoch, einen absolut nicht hinzunehmenden Nachteil beschreibt der groeßere Akku und dessen Energie-Aufnahme: Um das leergezogene iPad wieder mit Energie zu fuellen, muss der Nutzer viel Zeit mitbringen, vor allem wenn während des Ladens weiter gearbeitet wird. Bis zu 18 Stunden gibt Apple an. Ich brauchte gestern sogar noch laenger. Warum? Ich schaute bei Spotify vorbei, genoss einige Film-Trailer und beantwortete E-Mails. Der Akku lud während dieser Arbeiten nicht. Absolut mistig! Legt man es beiseite, dauert das Laden zirka neun Stunden.

Wird das iPad wirklich so warm/heiss? Ja, das Tablet erhitzt sich tatsaechlich bei grafikintensiven Anwendungen. Das stoerte mich aber nur im Test - wer wenig spielt, braucht sich keine Sorgen machen. Im Sommer könnte sich das Geraet allerdings auf der gruenen Wiese eine solche Erhitzung nicht erlauben. 

Apples iPad back

Die integrierte Kamera könnte Apple meines Erachtens ebenfalls weglassen. Wer fotografiert schon mit einem Tablet??? Wer es unbedingt braucht, ok. Die Bilder und Videos sind ok. Doch für Schnappschuesse nutze ich mein Smartphone, für richtige Bilder meine Spiegelreflexkamera. Dann vielleicht zwei Tablet-Varianten. Eins mit und eins ohne Kamera. Das würde die Preise für das jeweilige Geraet erheblich freundlicher gestalten. Ich habe für mein iPad (16 GB, 4G/aehhhhh siehe unten, WLAN) satte 599 Euro bezahlt. Braeuchte ich es nicht für die besagten Aufträge, wäre das Geraet für mich einfach keine Thema. Da gibt es sehr gute Android-Alternativen für die Haelfte des Geldes. 

Hallo??? LTE werben, aber in Europa nicht möglich

Ja, das iPad verfügt über eine LTE-Schnittstelle. Nein, in Europa kann ich diese Schnittstelle nicht nutzen. Was sich Apple dabei gedacht hat kann ich leider nicht sagen geschweige denn schreiben. Aber den Kopf darueber schuetteln, das kann ich sehr wohl. In Deutschland wird LTE zwar ausgebaut, nutzt  allerdings andere Frequenzen, so dass das 4G-Modul aus dem dritten iPad nicht mit mit dem deutschen LTE-Netz funktioniert. Software-technisch ist da auch nichts zu machen.

apples ipad rücken

Europaeische Mobilfunkanbieter fordern Apple daher auf, die Werbung anzupassen und das iPad in Europa nicht als 4G-Geraet zu bewerben. Beim Kauf in Deutschland wurde mir das LTE ebenfalls schmackhaft gemacht, Frechheit wie ich finde. Egal, gekauft habe ich es mir ja dennoch. Zurück zum LTE-Problem: Allerdings unterstützt das iPad auch in Deutschland HSPA+ mit Downloadgeschwindigkeiten bis zu 42 Megabit pro Sekunde - das kostet allerdings auch eine Menge Geld. Knapp 75 Euro werden bei der Telekom für den Datentarif “web’n’walk Connect XXL” fällig. Die Haelfte an Datenvolumen, 10 Gigabyte, kostet “nur” 50 Euro. Ihr merkt schon, schnelle Datenautobahnen kosten noch eine Menge Geld.

Lohnt sich der Kauf eines neuen iPad(s)?

Nun die entscheidende Frage. Lohnt sich der Kauf? Nicht unbedingt. Ein Wechsel vom ersten iPad zum aktuellen Modell kann ich empfehlen. Vorausgesetzt, ihr wollt mehr als nur E-Mails oder Webseiten abrufen. Euch duerfen zudem die besagten Nachteile nicht stoeren. Verbesserungen werden wohl in kuerze folgen, mit einigen Nachteilen muss gelebt werden.

Besitzer eines iPad 2 sollten die Geldboerse verschlossen lassen. Der minimale Unterschied ist das Geld nicht wert - das muss sich Apple auch in den nächsten Wochen gefallen lassen. Den Fanboys wird das nicht gefallen, doch das einzige Innovative am Geraet ist das Display, mehr nicht. Den Rest und mehr setzen Android-Hersteller schon lange um und spielen dabei locker in derselben Liga. Ich persönlich mag das neue iPad. Die Zukunft wird zeigen, wie schnell Apple Verbesserungen nachlegt. Alles andere waere für mich eine Enttaeuschung.

Detaillierter demnaechst über einen anderen Kanal - Teste das iPad dafür ausführlich. 

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